Wasserturm

Der Mythos Berlin lebt und gewinnt von Jahr zu Jahr mehr Popularität, im europäischen Ausland steht Berlin als Synonym für das wiedervereinigte Deutschland. Die Aufmerksamkeit, die Berlin in den letzten Jahren erfahren hat, resultiert allen voran aus dem kreativen Impuls, der aus dieser Stadt ausgeht.

Die Auferstehung Berlins zu einer der bedeutendsten europäischen Metropolen ist eng verknüpft mit der entstanden Kulturindustrie und des politischen Machttransfers von Bonn nach Berlin. Das heutige Berlin befindet sich im Herzen der Europäischen Union und dient als Symbol der EU-Expansion. Dass Berlin das Herz der Europäisch Union bildet , war lange Zeit kaum vorstellbar, noch vor drei Jahrzehnten war Berlin Grenzmetropole zwischen westlicher und östlicher Weltanschauung.

Die Geschichte der Stadt Berlin ist gezeichnet durch das Zeitalter der Extreme, der rasante Aufstieg Berlins zu einer Weltmetropole begann mit dem Aufstieg Preußens zu einer europäischen Großmacht.Im Jahre 1871 erlangte Berlin zum ersten Mal den Status der Reichshauptstadt. In den 1920er Jahren zählte Berlin zu den größten Metropolen der Welt. Der dunkle Schatten der Deutschen Geschichte machte auch vor Berlin nicht halt, in der Zeit des Nationalsozialismus fungierte Berlin als politische Machtzentrums. Der, durch die Nationalsozialisten provozierte, Zweite Weltkrieg hinterließ ein zerstörtest Stadtbild und teilte Berlin in West und Ost. Im Jahre 1989 rückte Berlin zurück in den Fokus der Weltöffentlichkeit, die Öffnung der Mauer leitete die Wiedervereinigung Berlins und Deutschlands ein.

Geschichte des Wasserturms

Ein Spiegelbild Berlins bietet der Stadtteil Prenzlauer Berg. Dieser Stadtteil ist Berliner Geschichte zum Anfassen. Die ersten Planungen zur Bebauung des heutigen Stadtteil Prenzlauer Berg führen zurück in das Jahr 1827, jedoch erlebte der Stadtteil erst zum Anfang der 1870er Jahren einen hohe Zuwachs an Einwohner und Gebäuden. Die Entwicklung des Prenzlauer Bergs war, aus einer Retroperspektive, keine stetig wachsende Erfolgsgeschichte, vielmehr durchlebte dieser Stadtteil Höhen und Tiefen. Nachdem die Anfangsjahre der 1870er Jahre einen rasanten Zuwachs an Gebäuden und Einwohnern provozierten, wurde das Wachstum des Stadtteils durch eine weltweite Rezession, in der Mitte der 1870er Jahre, jäh gestoppt. Nach Jahren der Stagnation erfuhr der Prenzlauer Berg um die vorletzte Jahrhundertwende einen erneuten Aufschwung. In jener Zeit entstanden das typischen Prenzlauer Berg Haus, welches noch heute unter dem Begriff „Berliner Zimmer“ bekannt ist.

Mit Beginn des ersten Weltkriegs kam die bauliche Ausdehnung des Stadtteils zum Erliegen, erst die Beendigung des Ersten Weltkriegs führte zu einem erneuten Aufschwung, diese war besonders dem Wohnungsmangel nach dem Ersten Weltkrieg geschuldet. Die Installation einer sozialdemokratischen Regierung griff entscheiden in die erneute Bauentwicklung des Stadtteils Prenzlauer Berg ein. Im Fokus der sozialdemokratische Regierung stand, die weiter Entwicklung des Prenzlauer Bergs nach sozialen Geschichtspunkten zu gestalten. Diese geschah insbesondere durch die Festlegung einer Höchstmiete. Ein weiteres einschneidendes Ereignis für den Prenzlauer Berg war die Neugestaltung Berlins. Im Jahre 1920 entschied man sich zur Gründung von Groß-Berlin. Dieses bedeutete, dass die Stadt Berlin um weitere sieben Gemeinden erweitert wurde, somit wurde das geographische Berlin nun auch politisch in einem Raum erfasst. Dabei wurde das „neue“ Berlin in 20 Bezirken eingeteilt, in dem ersten Jahr wurde der IV Bezirk noch Prenzlauer Tor genannt, jedoch nur ein Jahr Später in Prenzlauer Berg umgetauft. In den folgenden Jahren durchlebte der Stadtteil einen Niedergang, der Rückgang der Bevölkerungsanzahl wurde allen voran durch die „ Great Depression“ verursacht. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Prenzlauer Berg Schauplatz der menschenverachtenden Machenschaften des Regimes, in dieser Zeit sank die Anzahl der jüdischen Bevölkerung im Viertel von mehr als 20000 Menschen auf unter 10000 Menschen. Des Weiteren entstand aus dem Wasserturm Prenzlauer ein wildes Konzentrationslager.
Obwohl der Zweite Weltkrieg schwere Schäden in Berlin hinterließ, hatte der Stadtteil Prenzlauer Berg nur geringe Schäden erlitten, weniger als 10% der Häuser wurden zerstört, 18% aller Häuser wurden beschädigt und 72% der Häuser überstanden den Krieg unbeschädigt. Die Niederlage des nationalsozialistischen Regimes verursachte auch für den Stadtteil Veränderungen. Unter der sowjetische Besatzungsmacht wurden im Prenzlauer Berg Haftanstalten für Kriegsverbrecher sowie Gebäude des sowjetischen Geheimdienstes erreichtet.
Eine Zäsur in der Geschichte des Stadtteils Prenzlauer Berg brachte die Errichtung der Berliner Mauer. Die lange Geschichte einer Stadt war plötzlich entzweit, in wenigen Tagen wurden Nachbarn und Familien voneinander getrennt. Das politische System der DDR hatte auch entscheidende Auswirkungen auf das Stadtbild Prenzlauer Berg. Die In Gründerzeiten und wenige Jahre später entstandenen Häuser wichen Plattensiedlungen, somit änderte sich das Erscheinungsbild und die Erinnerungen an dieses Stadtteil.

Die Sanierung vom Wasserturm

Dass die Erinnerungen an den Stadtteil nicht erloschen, ist den aufwendigen Sanierungsarbeiten nach der Wende zu verdanken. Der Mauerfall hauchte dem Prenzlauer Berg seine Geschichte wieder ein und ist somit aktive Bestandteil von Erinnerungskultur.

Diese Erinnerungskultur ist immer verbunden, im kollektiven Gedächtnis, mit gewissen Orten. Ein repräsentativer Erinnerungsort des Prenzlauer Bergs ist der Wasserturm Prenzlauer Berg. Die Geschichte des Stadtteil lässt sich an ihm lesen. Der Wasserturm steht als Symbol für die Entstehung des Stadtteils. Die Inbetriebnahme erfolgte im Jahr 1877, die Schließung im Jahre 1952. In diesem Zeitraum versorgte der Wasserturm den Prenzlauer Berg. Durch die Wasserversorgung ermöglichte er erst den Wachstum dieses Bezirks, jedoch steht der Wasserturm Prenzlauer Berg auch als Warnung der dunklen Seite der Stadtgeschichte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Wasserturm Prenzlauer Berg zu einem wilden Konzentrationslager transformiert.In ihm kamen Juden, Kommunisten und Sozialisten zu Tode. Der Wasserturm Prenzlauer Berg dient somit als aktiver Erinnerungsort für die Geschichte des Viertels, ohne den Wasserturm hätte die Entwicklung der Stadt keinen so rasantes Wachstum genommen, aber auch als Mahnmal nationalsozialistischer Verbrechen.